KIWI-Hackathon 2026

Das Alte Hallenbad Feldkirch kennt man als Ort mit Geschichte. Am 25. März 2026 hat es ein neues Kapitel bekommen. Wo einst geschwommen wurde, entwickelten 13 Teams und über 50 Fachleute aus Vorarlberg, Liechtenstein und Wien an einem einzigen Tag konkrete KI-Lösungen für die öffentliche Verwaltung- beim österreichweit ersten KIWI-Hackathon mit dem Motto: Verwaltung.Neu.Denken.
Keine Powerpoint-Schlachten, keine Frontalvorträge, keine unverbindlichen Diskussionsrunden. Stattdessen: Laptops aufgeklappt, Ärmel hochgekrempelt, angepackt. Und das mit einem klaren Ziel: KI nicht abstrakt zu diskutieren, sondern direkt anzuwenden - auf echte Verwaltungsaufgaben, mit echten Lösungsansätzen.
Dreizehn Teams. Ein Tag. Echte Lösungen.
13 Teams aus allen Vorarlberger Landesteilen, Liechtenstein und Wien arbeiteten unter Hochdruck - begleitet von KI-Coaches - an realen Herausforderungen aus dem Verwaltungsalltag. Die Themenfelder spannten einen weiten Bogen: Verwaltung, Finanzen & Budget sowie Umwelt & Nachhaltigkeit.
Die Bandbreite der Ergebnisse verdeutlicht das Potenzial - und die Dringlichkeit. Die Landesverwaltung Liechtenstein entwickelte einen Prototypen für eine KI-gestützte Wissensplattform, die neuen Mitarbeitenden den Einstieg erleichtert und gleichzeitig das Wissen langjähriger Kolleg:innen vor der Pensionierung strukturiert sichert - ein Ansatz, der das chronische Problem des Wissensverlusts in Organisationen direkt angeht. Die Landeshauptstadt Bregenz arbeitete an einem Tool, das Leitbilder, Konzepte und Protokolle auswertet, um bei Baufreigaben eine objektive Grundlage für ortsbildliche Entscheidungen zu schaffen. Das KDZ - Zentrum für Verwaltungsforschung präsentierte das Projekt „Glaskugel": eine KI-gestützte Echtzeit-Budgetprognose, die Gemeinden erstmals ermöglicht, ihre Finanzen unterjährig auf Basis aktueller Daten zu steuern - und damit frühzeitig zu reagieren, bevor Probleme entstehen.
Weitere Teams beschäftigten sich mit automatisierter Dokumentenprüfung für Bürger:innen, ressourcenschonender Raum- und Fahrzeugverwaltung per KI-Agent, digitalem Fördermanagement, der KI-gestützten Erschließung von Archivbeständen sowie einem intelligenten Kommunikations- und Übersetzungsassistenten, der Verwaltungsinhalte zielgruppengerecht - und mehrsprachig - aufbereitet.
Die Jury hat entschieden
Am Nachmittag zog eine fünfköpfige Jury - besetzt mit Expert:innen aus Verwaltung, Wissenschaft und Innovationsmanagement - von Tisch zu Tisch und ließ sich von jedem Team persönlich überzeugen. Bewertet wurde nach Innovationsgrad, Umsetzbarkeit in der Verwaltungspraxis, Replizierbarkeit auf andere Gemeinden und Organisationen sowie gesellschaftlichem Mehrwert. Zwei Teams setzten sich durch:
Beste Lösung: Marktgemeinde Schruns mit dem „Personator" - einem datenschutzkonformen KI-Tool zur automatisierten Modellstellen- und Gehaltseinstufung auf Basis von Vordienstzeiten, inklusive der Erstellung passgenauer Stellenbeschreibungen für einzelne Personalstellen. Pragmatisch, praxisnah und sofort anwendbar.
Bester Pitch: Landesverwaltung Liechtenstein mit ihrer KI-Wissensplattform für Mitarbeitende - überzeugend nicht nur mit ihrer Lösung, sondern auch in der Klarheit der Präsentation: ein komplexes KI-Thema, verständlich und mitreißend auf den Punkt gebracht.
KIWI: die KI-Offensive mit Weitblick
Ein Hackathon ist nur so gut wie das, was danach kommt. Die Region Vorderland-Feldkirch hat dafür vorgesorgt. Der KIWI-Hackathon ist kein Einzelereignis - er ist eingebettet in die KIWI-Initiative (KI-Wissen & Innovation), die seit Ende 2024 systematisch den KI-Kompetenzaufbau in der Region vorantreibt: von Grundschulungen über Austauschformate bis hin zur gemeinsamen Identifikation und Umsetzung konkreter KI-Anwendungsfälle. Die besten Ideen und Prototypen des Tages sollen weiterentwickelt, getestet und schrittweise in den Verwaltungsalltag überführt werden - nicht als Pilotprojekte auf Zeit, sondern als dauerhafte Lösungen. Geplant ist zudem die Weiterentwicklung des KIWI-Netzwerks als regionale Plattform für den kontinuierlichen KI-Austausch zwischen Gemeinden und Organisationen.


















































